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04.08.2010 Die Stiftung "Welten verbinden" bezuschusste das Russlands Deutsche Haus in DeggendorfEvang.-Luth. Kirchengemeinde Deggendorf
Russlands-Deutsches Haus (RDH)
Warum? Wozu?
Die Region der Donau ist stark durch russlandsdeutsche Bevölkerungsanteile geprägt. Im Gebiet Deggendorf/Plattling haben z.B. über 70% der evangelischen Grundschulkinder russlandsdeutschen Hintergrund. Die Region ist wirtschaftlich von einer starken Dynamik und Veränderung geprägt, während gleichzeitig das Bild von Niederbayern als rückständig oder abseitig noch gepflegt wird. Russlandsdeutsche setzen daher den Impuls: Was ist eigentlich heute typisch für Deggendorf?
Wir wollten russlanddeutsche Kultur in der Kirchengemeinde, in der Kommune und in der Region fördern. Ebenso wollten wir bei Außenstehenden, also Hiesigen, Verständnis für diese besonderen Geschichten und Lebensformen entwickeln. Die Aktivierungsmethode "Russlands-Deutsches Haus" ermutigt Russlandsdeutsche dazu, für ihr Leben einzustehen und offensiver in der Gesellschaft zu partizipieren. Russlandsdeutsche Selbstorganisation war in der Region bisher relativ wenig entwickelt. ![]() Was? Wie?
Durch das RDH der Westfälischen Landeskirche ist in Deggendorf ein außergewöhnliches Projekt "Typisch Deggendorf?" entstanden, dass in den Monaten Januar bis Mai 2010 mit vielen verschiedenen Veranstaltungen in dieser Region etwas angestoßen hat. (vgl. typisch-deggendorf.de)
Nach langer Vorbereitung standen vom 3.2. bis 2.3. ca. 50 Ehrenamtliche für Begegnungen im Russlands-Deutschen Haus zur Verfügung. Es hat sie selbst und die zahlreichen Besucher verändert. Die Erwartungen wurden weit übertroffen. Auch viele der anderen Veranstaltungen waren recht erfolgreich. Besonders hervorheben möchte ich das "Märchen-Samowar", zu dem auch ein Puppentheater entstand, oder das russische Café, das sich fast zum Selbstkostenpreis mit engagiert hat. Bei einem Gottesdienst wurde ein ukrainischer Pfarrer entsandt, im Gemeindehaus gab es an einem Abend "Miteinander bayerisch Tanzen". Das Russlandsdeutsche Theater gestaltete einen bewegenden Abend im Kulturviertel, oder auch die Kunst-Ausstellung mit Horst Schäfer war außergewöhnlich, oder auch das türkische Kulturfest oder ein Flüchtlings-Truck oder das "taste-the-world" der Internationalen Hochschule. Die Kirchengemeinde und die Stadt sind dadurch anders geworden. Die Selbstverständigung Deggendorfs hat gezeigt: Es ist eine weltoffene und kommunikative Stadt und Region. Ergebnis und Ausblick
Es wird sich nun zeigen, wie der Impuls im alltäglichen Ablauf und in den Strukturen weitergehen kann. Am Abschluss-Abend wurden "20 Meter Ideen" gesammelt und in gemeinsamen Stammtischen ausgewertet. In der Kirchengemeinde hat sich einiges bewegt. Vermutlich wird ein "Interkultureller Freundeskreis Russlandsdeutscher" entstehen, der bereits jetzt intensive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen begonnen hat, Russlandsdeutsche aktiv unterstützt und weiter vernetzt, und weitere Angebote der gegenseitigen Begegnungen mitgestaltet. Das nächste größere Projekt wird ein Donau-Europa-Fest sein, am 24.7., bei dem die Kirchengemeinde zusammen mit dem Ruderverein Deggendorf die "Ulmer Schachtel" der Donaufreunde e.V. empfangen wird. Weitere Informationen zum Russlands-Deutschen Haus in Deggendorf:
Die Ausstellung des Russlands-Deutschen Hauses war auch schon in Nürnberg und in Bamberg und Coburg. Mehr dazu hier
Allgemeine Informationen zum "Russlands-Deutschen-Haus" finden Sie unter:
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